Mein erstes ‚richtiges‘ Webinar (3) – Die inhaltliche Konzeption

Liebe Leser*Innen,
Die ‚Woche‘ ist auch schon ein wenig länger her…. Seit der Corona-Pandemie habe ich irgendwie die Zeit ‚verloren‘. Manchmal geht sie rasend schnell vorbei und manchmal dauert alles ewig lang, Ich wollte schneller im ‚Blog schreiben‘ sein, aber gerade durch Corona bin ich dann doch ab und an mal ausgebremst…. Aber nichtsdestotrotz – besser später als nie!
Heute geht es also an’s Eingemachte. Ich muss sagen, so ein guter Online-Kurs hat so seine Tücken und vor allem ist besonders das Inhaltliche sehr herausfordernd. Man muss wirklich sehr gut planen. Auf jeden Fall darf man nicht vergessen, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörerschaft doch sehr kurz ist. Vor allem wenn es sich um jüngere Menschen handelt sollte man einige Webtools mit einbauen, um sich ihrer Aufmerksamkeit gewiss zu sein.
Der Zeitaufwand
Ich habe festgestellt, dass ich maximal nur zwei Drittel oder ca. 70% des Inhalts in einer Webveranstaltung nutzen kann, die ich normalerweise in einer Präsenzveranstaltung vermitteln kann. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen dauert es immer, bis die Teilnehmer*Innen das Mikrofon betätigt haben, oder sie sprechen, ohne das Mikro eingeschaltet zu haben und müssen es dann wiederholen. Auch sprechen alle insgesamt weniger. Generell sollte langsamer gesprochen werden, so dass bei schlechter Internetverbindung der andere alles gut mitbekommt. Ein weiteres Problem sind die Unterbrechungen durch schlechte Internetverbindungen und das kann mitunter Minuten dauern.
Auch wenn Online-Seminare ein teil unseres Alltags geworden sind – es gibt immer noch Menschen die in der heutigen Zeit noch nicht viel oder gar keine Erfahrungen damit gemacht haben. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Formate gibt.

1. Tipp: Es macht Sinn vor dem einen Termin zu veranschlagen, zu dem die Teilnehmer*Innen den Zugang testen können und einige Fragen vorab stellen können. Sehr wichtig ist auch eine ‚Netiquette‘, d.h. eine kurze Einführung, wie sich der Seminarleitende die Kommunikation untereinander wünscht. Zudem kann eine kleine Einführung in das zu nutzende Programm hilfreich sein. Dafür reicht ein Handout mit Screenshots und kurzen Erklärungen.

Neue Tools nutzen
Gerade im schulischen oder studentischen Bereich nutzen Lehrende mitunter neue Tools aber auch für andere Zielgruppen. Wenn auch ihr als Lehrende es zum ersten Mal mit mehreren Teilnehmer*Innen gemeinsam nutzt sollte dies vorher gesagt werden. Warum? Zum einen kann es durchaus sein, dass etwas nicht funktioniert und zwar mehrere Minuten lang. Bis zur Problemlösung dauert es im Allgemeinen und ich muss in der Zeit meine Teilnehmer*Innen bei Laune halten. Vorteil bei Studis: Die meisten jungen Menschen sind wirklich ausdauernd und haben ein wirklich entspanntes Gemüt. Ich glaube, die mussten alle in den letzten Monaten ganz schön ‚leiden‘. Daher ist ihr Leidenslevel wirklich recht hoch. Aber sie sind generell sehr unterstützend und offen. Im letzten Seminar haben wir als Gruppe uns auf die Fehlersuche begeben. Ich habe in diesem Fall die Kompetenz meiner Studis genutzt, um das Tool zum Laufen zu bringen.
2. Tipp: Nicht verzagen bei der Verwendung neuer Tools aber auch nicht vorgeben, man habe die Weisheit mit Löffeln gefressen. Gemeinsam geht’s meistens besser und man hat gleichzeitig eine tolle Teambuildingsmöglichkeit entwickelt.
You-Tube macht (manchmal) den Unterschied
Ich habe auch begonnen mir You-Tube zu eigen zu machen. Es gibt teilweise außerordentlich guten Content, den ich in der Art und Weise nie produzieren könnte. Zum Thema ‚Interkulturelle Kommunikation‘ gibt es mitunter sehr gute Videos bei Youtube. Ich dachte darauf, dass sie inhaltlich gut sind, viele Bereiche abdecken und abwechslungsreich sind. Ebenfalls wichtig ist die Dauer eines Videos. Es sollte nicht 3-5 Minuten Länge haben, oder ihr merkt Euch gleich zu Beginn welche Sektion ihr davon braucht und bereitet es vor. Man kann Videos downloaden aus Youtube und dafür gibt es eine Vielzahl von Add-ons oder Programmen, die es z.B. frei verfügbar über die www.heise.com downloads gibt. Ich habe mich für VidPaw für Windows entschieden. das wirklich simpel ist und wenn man nur ein paar Videos runterladen will reicht das völlig.   

3. Tipp: Nehmt Euch ein wenig Zeit und durchforstet Youtube mit Hilfe verschiedener Keywords. Nicht immer gleich die ersten Videos nehmen sondern mal quer durch schauen. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür, was und wer gut ist und was man verwenden kann.

‚Der Regieplan‘
Was wirklich hilft ist eine klare Struktur, was man wann machen will. Auch, dass man vorher wirklich alles vorbereitet, d.h. schon die jeweiligen Seiten öffnen und die Programme öffnen, die ihr benutzen wollt. 
Am Anfang eines Seminars ist es wichtig, einige Ice-Breaker vorbereitet zu haben. Dazu ist Mentimeter wirklich gut. Überhaupt habe ich einen kleinen Narren an dem Tool gefressen: In Echtzeit kann man Rückmeldungen und Einschätzungen von den Teilnehmer*Innen erhalten. Man kann , ohne dass man jeden einzeln fragen muss. Das Tool wird international schon sehr oft eingesetzt – bei uns wird es meistens in den großen Unternehmen eingesetzt aber nicht so sehr im Unterricht oder bei der Wissensvermittlung. 
Was gut ist bei ‚Menti‘, ist die Nutzung des Mobiltelefons, denn die Teilnehmer nutzen das Mobiltelefon, um die Antworten einzugeben. Dafür müssen sie nur auf die Webseite von Mentimeter gehen und den Code eingeben, den der Seminarleitende bereits angegeben hat. Dann kommen sie auf einen Slide, den ihr schon vorbereitet habt. Da die meisten heutzutage ihr Mobiltelefon nur schweren Herzens aus der Hand geben ist es zielführend, das Handy auch gleich einzusetzen. 
FAZIT: Vorbereitung und gewissenhafte Planung ist nicht nur das halbe Leben sondern auch der Schlüssel zum Erfolg – vor allem in der Vorbereitung und Durchführung einer Onlineveranstaltung. 
Im nächsten Blog stelle ich euch auch noch andere Tools vor, die ich nutze. 
Viel Spaß und bis demnächst – bleibt gesund und bis bald, Waltraud