Mein erstes ‚richtiges‘ Webinar (2) – die technische Umsetzung

Ich möchte zunächst damit beginnen, dass ich meinen Studierenden der TH Karlsruhe des ‚Intercultural Management Communication Seminars‘ danke sagen möchte. Zunächst einmal waren sie sehr geduldig mit mir und zur gleichen Zeit sehr offen für Neues. Auch ein paar Tipps konnten sie mir geben. Die Truppe war wirklich sehr aufmerksam und super diszipliniert. Es machte unglaublich viel Spaß und ich hatte das Gefühl, dass wir in den 30 Stunden sogar zu einem passablen Team geworden sind. Wesentlich mehr, als ich zu hoffen wagte.
Es war ungemein wichtig für mich Rückmeldung zu bekommen, auch was andere Lehrende machen, um die Aufmerksamkeit der Studierenden zu bekommen. Man kann ja auch von anderen lernen. Doch es gibt offensichtlich einen großen Unterschied zwischen Lehrkräften, die NICHT verbeamtet sind oder fest angestellt und nur einen Lehrauftrag haben. Die letzteren, nämlich wir, werden von den Studierenden evaluiert. Wenn wir die Studierenden nicht zufriedenstellen können, werden wir wohl kaum einen weiteren Lehrauftrag erhalten. Das heißt allerdings nicht, dass die anderen Lehrkräfte nicht auch das Beste geben wollen oder ein Feedback erhalten. Nur ist die Konsequenz eine andere.
Der Studierendenkurs – ein super ‚Testballon‘

Ich fand es toll, dass ich zur ‚richtigen‘ Zeit meinen Kurs an der TH in Karlsruhe hatte und dass er online konzipiert werden sollte. Ehrlich gesagt, ich hätte wohl nicht den Ehrgeiz besessen, solch einen Kurs jetzt zu erarbeiten, wenn es nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Aber manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Es war genau das Richtige, um sich einzulesen, verschiedene Apps und Programme auszuprobieren und die Dynamik eines Webinars zu erforschen.

Der ‚Aufbau‘ und die Technik

Bis dato war es völlig ausreichend für mich, einen Laptop mit integrierter Kamera zu haben. Ich habe zudem einen Monitor, an dem ich tagsüber arbeite, um meine Augen zu schonen. Ich habe mit Zoom schon viel gearbeitet, aber nur manchmal den Bildschirm geteilt oder den Chat benutzt. Die breakout-rooms und parallel präsentieren, moderieren und auf die Gesichter meiner Teilnehmer zu achten – das musste ich bis dato noch nie. Also, bin ich da erst mal so richtig unbedarft an die Sache gegangen (zu meinem späteren Leidwesen). Nach dem ersten Tag bin ich erst mal auf der Suche nach einem Youtube-Tutorial gewesen, das die technische Seite des ganzen näher beleuchtete.

1. Fazit: Wenn möglich: Wenn ihr nur einen Laptop benutzt, dann versucht noch einen weiteren Monitor zu nutzen. Das geht ganz einfach: Windowstaste+P betätigen und auf Bildschirm erweitern gehen. Bedenkt, dass ihr vom Hauptbildschirm (ihr legt fest, ob Laptop-Bildschirm oder externer Monitor) die Maus nach links bewegen müsst, um auf den anderen Bildschirm zu kommen. Bei mir ist es am Ende so: Ich habe die ganzen Teilnehmer*Innen auf dem Laptop-Bildschirm und die Präsentation und den Chat auf dem Monitor. Den Laptop habe ich auf einer Erhöhung (Laptop-Kissen, es reichen aber auch ein paar Bücher), so dass der Nacken nicht so sehr beansprucht wird. 

Im Laufe des Seminars passierte mir dann Folgendes: Der zweite Bildschirm war weg. Das hat mich vollkommen irritiert und ich war auf der ‚Suche‘ nach dem Bildschirm. Aber er hat sich nicht ‚auffinden‘ lassen. Dann habe ich mich an das Tutorial erinnert. Ein Tipp darin war, dass man sich über das Handy zusätzlich einwählen kann, um so die Nutzeroberfläche der Teilnehmer*Innen zu sehen, und um diese dann besser instruieren zu können. Das tat ich dann und konnte so die Präsentationen der Studierenden sehen. Aber dann siehe da – ich führte den Cursor auf das Icon des Zoom-Programms auf der unteren Taskbar und siehe da – da war mein fehlender Bildschirm? Einige von Euch werden lachen (tat ich dann auch) und denken: „Mann, das hätte ich ihr auch sagen können“. Stimmt – aber in dem Moment wusste ich wirklich nicht, was zu tun ist war aber am ende stolz, dass ich die Variante über das Handy genutzt habe, die dann auch funktionierte.

2. Rat: Immer ganz gut auch als Teilnehmer über das Mobiltelefon mit ihm Seminar zu sein, um besser zu verstehen, was die Teilnehmer sehen, und um sie besser dirigieren zu können. Somit verliert man keine Zeit.

Headset/Kopfhörer: Was ich nicht so gut finde ist, wenn Teilnehmer*Innen kein headset oder Kopfhörer tragen. Somit gibt es oft Rückkoppelungen und ich höre mich meistens selbst. Ich trage entweder ein Headset oder meinen Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, so dass ich mich bestens auf die Teilnehmer*Innen konzentrieren kann. Ich mag all diese Hintergrundgeräusche nicht, da sie sehr ablenken – besonders wenn man einige Fronten gleichzeitig zu managen hat.

3. Fazit: Nutzt ein Headset. Ein Kopfhörer mit Ohren Plug-Ins ist auf Dauer unangenehm und auch qualitativ nicht so gut. Ich habe einen zusammenklappbaren Logitech Kopfhörer mit Mikro, der relativ günstig war und qualitativ recht passabel. Er funktioniert über USB Anschluss und muss nur ab und an über ein Kabel wieder aufgeladen werden. Aber auch eine extra Webcam, die man am Monitor anbringen kann, ist sinnvoll.

Short-cuts: Was auch sehr sinnvoll ist, sind die Shortcuts, die man bei Zoom in der Anwendung nutzen kann. Das heißt zum Beispiel ALT+A um das Mikrofon stumm zu stellen oder die Stummstellung aufzuheben, oder Alt+V um die Videoübertragung zu kontrollieren. 

Licht: Auch das Licht sollte einigermaßen gut justiert sein, so dass man nicht im Dunkeln sitzt. Ein einigermaßen sinnvoller Hintergrund, am besten nur eine weiße Wand, finde ich am wenigsten störend.

Virtueller Hintergrund: Natürlich kann man auch einen virtuellen Hintergrund nutzen, der verschwimmt manchmal aber auch und ein Student hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass meine Finger manchmal wie ‚abgeschnitten‘ wären, da ich meine Sprache oft mit gesten unterstütze und ich trug silberne Ringe. Manchmal ist das Bild dann auch verzerrt beim anderen und die Konturen sind unscharf. Daraufhin habe ich den virtuellen Hintergrund gelöscht und habe heute nur noch die weiße Wand.     

Ihr seht, es gibt viele Details, die man beachten sollte. es gibt bestimmt noch vieles mehr. Wenn ihr noch Erfahrungen teilen wollt – gebt mir bitte Rückmeldung. Würde mich sehr freuen. So, und heute ist die technische Seite abgeschlossen und das nächste Mal geht es um die inhaltliche Konzeption. 

Bis nächste Woche – bleibt gesund und bis bald, Waltraud