Die Corona-Krise als Anstoß zum Re-launch!

Ja, mich hat das gleiche Schicksal ereilt, wie wahrscheinlich viele andere auch. Nachdem ich meine Webseite endlich fertig gestellt hatte und sehr viel Zeit und Herzblut reingesteckt hatte, wollte ich so richtig mit dem Blog durchstarten. Themen dafür gibt’s genug. Am Anfang dachte ich mich auf interkulturelle Themen zu fokussieren, aber ich bin halt auch mit Leib und Seele Kommunikationsexpertin und gerade im Bereich Kommunikation gibt’s ja auch Massen an Themen und wichtige Infos, die man/frau bereitstellen kann.

Doch dann kam unser neues Unternehmen, die www.Pflegenetzwerke.de . Ich musste wieder eine Webseite einrichten, schreibe ein regelmäßiges Dossier im Mannheimer Morgen (unserer regionalen Zeitung) und verfasse noch regelmäßig ein Newsletter. Leute, ich sag’s Euch: Der Tag könnte 48 Stunden haben. Denn zudem darf ich mich ja noch mit internationalen Projekten befassen, die auch ihre Zeit brauchen.

Mehr Zeit dank der ‚Gekrönten‘

Nun, ehrlich gesagt kommt mir diese Entschleunigung des Alltags (um mich herum) auf Grund von Corona (der Gekrönten) gerade Recht. Es steht mir mehr Zeit zur Verfügung, denn viele persönliche Meetings fallen weg. Das heißt allerdings nicht, dass man generell weniger zu tun hat – Gott sei Dank! Solche Herzensangelegenheiten, wie den Blog zu schreiben, musste ich immer hintenanstellen. Und jetzt habe ich beschlossen, mir dafür wieder Zeit einzuräumen und regelmäßig den Blog mit Inhalt zu bestücken. Außerdem habe ich auch einiges bezüglich des Schreibens in den letzten Jahren dazugelernt und es geht mir alles viel leichter von der Hand.

Da Corona der Anlass für meine erneuten Aktivitäten ist, werde heute auf das Thema Krise und Krisenkommunikation eingehen. Besonders diese Krise hat es gezeigt, wer gut mit unerwarteten Situationen umgehen kann und wer eher noch Nachholbedarf hat.

Kanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett

Wie immer erfolgte mal wieder ein ‚Chancellor-Bashing‘. D.h. Frau Merkel hat‘s mal wieder niemandem Recht machen können. Kein Wunder bei uns in Deutschland, wo es immer eine überwiegende Mehrheit an Kritikern gibt und weniger Bewunderer. Allerdings muss man sagen, dass die Kritik an der Kanzlerin in den letzten Monaten mitunter berechtigt war, denn man hat sie kaum gesehen oder gehört. Und jetzt als die Krise kam, ist sie wieder aufgetaucht. Für viele jedoch zu spät. Aber war es wirklich zu spät?

Als Chef*In muss man delegieren können

Wir sind eine Demokratie und man sollte annehmen, dass Minister*Innen bis zu einem gewissen Maß kompetent sind. Daher ist es eigentlich logisch, dass zu Beginn die Minister vorrangig in der Öffentlichkeit auftauchten, deren Ressorts am meisten betroffen waren (also fast alle;-). Und fast alle haben ihre Sache doch recht gut gemacht. Man sollte sich einmal ins Bewusstsein rufen, dass es eine Pandemie nicht alle Tage gibt. Ich kann mich an keine erinnern und ich bin 50! Also, für alle Neuland. Hätten sie alle zu früh Maßnahmen ergriffen, hätte jeder geschrien ‚Panikmache‘! Wenn es zu spät gewesen wäre: „Ihr habt geschlafen!“. Nun, ich denke, bis auf Herrn Spahn, der am Anfang doch etwas zu lahm war, haben alle gut unter den gegebenen Umständen performed.

Verbale Kriegsführung vs. Mäßigung

Im Gegensatz zu den anderen Staatsoberhäuptern hat Frau Merkel sich für eine gemäßigte Wortwahl entschieden und ich muss sagen (besonders im Nachhinein) war dies eine gute Entscheidung. Im Gegensatz zu ihren Kollegen sprach sie von ‚Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen‘ und ‚Besonnenheit‘. Bei Winfried Kretschmann kam der Lehrer durch, der seinen ‚Schülern‘ (und er wandte sich ja vornehmlich an die jüngeren, die sich nicht an die Auflagen hielten) die Leviten ließ. Aber auch in einer eher gemäßigten Form. Söder war stets ‚entschlossen‘ und im ‚Krisenmodus‘, aber nicht im ‚Kriegsmodus‘ – ein Plus für ihn.

Staatspräsident Macron hat sich für den Krieg entschieden „Nous sommes en guerre“ und auch Boris Johnson und andere männliche Staatsvorsteher sind in die verbale Kriegsführung gegangen. Das i-Tüpfelchen wurde, wie konnte es auch anders sein, von Donald Trump gesetzt, der kurzerhand das ‚Corona-Virus‘ in ein ‚China-Virus‘ umtaufte.

Bis dato kann man unterm Strich sagen, dass die Bundesregierung die Pandemie recht gut gehandhabt hat. Auch die Kommunikationsexperten und Marketingfachmenschen haben tolle Arbeit geleistet und man darf auch nicht unterschätzen, welche Maschinerie im Hintergrund läuft.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht und ob die Strategie aufgeht. Auf jeden Fall brauchen wir alle jetzt Geduld, Hoffnung und viel Kreativität. Bis nächste Woche,

Eure Waltraud