#wasmichandeutschlandstört

#wasmichandeutschlandstört

Ich sitze gerade an meinem PC in meinem Arbeitszimmer und hörte im Radio einen Beitrag über den #wasmichanDeutschlandstört und die aufkommende Popularität dieses Hashtags. Nun, ich verstehe bald die Welt nicht mehr. Sorry, auf der einen Seite wird ständig moniert, dass wir alle so negativ und so pessimistisch sind. Und dann so was! Braucht die Welt das? Brauche ich das? Ja, ich bin nach meinem Studium unter anderem aus Deutschland weg, weil ich bessere Chance für mich im Ausland sah, was sich dann auch bewahrheitet hat. Die Chancengleichheit für Frauen und Männer in unserem Land ist immer noch sehr verbesserungswürdig und bietet Luft nach oben. Und zudem habe ich mein Studium direkt anwenden und umsetzen können, was auch nicht jeder kann. Klar gab es auch Dinge, die mich genervt haben und immer noch nerven. Aber das finde ich doch normal. Es gibt immer positive und negative Seiten. Ist es jedoch sinnvoll in einer Zeit, in der es eh‘ ziemlich turbulent in der Welt zugeht, sich wieder einmal auf das Negative zu konzentrieren? Man kann und muss Missstände aufzeigen, keine Frage. Was in solchen Belangen hilft, finde ich, ist den direkten Vergleich ziehen. Wenn man mal im Ausland war oder gar gelebt hat, ist es einfacher zu sehen, was im eigenen Land gut läuft und wo man vielleicht etwas verbessern kann.

Ich möchte hiermit den hastag #wasmirandeutschlandgefällt ins Leben rufen:

  • Da ist zum einen die Bildung: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist diese bei uns jedem per se frei zugänglich.
  • Gesundheitssystem: Ziemlich gut und ausgewogen und wir sind alle versichert. Was hier gut oder schief läuft ist sehr individuell. Auch hier gilt der Vergleich – Solch eine Situation wie in den USA haben wir nicht. In vielen Ländern sterben Menschen sehr früh oder an vergleichsweise einfachen Krankheiten, da es kein oder ein schlechtes Gesundheitssystem gibt.
  • Ordnung: es gibt vieles, das hier noch geregelt und geordnet wird. Manchmal zu viel, manchmal nicht ausreichend. Nichtsdestotrotz gibt es uns einen Rahmen und Halt.
  • Regionale Vielfalt: Ich finde es wunderbar, dass wir verschiedene Dialekte haben, unterschiedliche Küchen, Charaktere, Besonderheiten. Das kenne ich nicht so aus anderen Ländern.
  • Deutschland: es gibt wunderbare Plätze, Regionen in unserem Land. Augen auf und genießen.
  • Geschichtsaufarbeitung: Wenn auch spät und vielleicht immer noch nicht ausreichend oder jedem passgenau. Aber wenn ich andere Länder genauer betrachte, besonders aus der ehemalig sozialistischen Region, dann muss ich schon sagen, dass ich den Versuch Deutschlands, sich seiner Geschichte bewusst zu sein und auch daraus zu lernen sehr schätze und dies mir näher ist, als die Art und Weise anderer Länder, die aus falsch verstandenem Nationalstolz die Geschichte etwas anders auslegen, als sie tatsächlich war.
  • Kulturelle Vielfalt: wir sind ein kulturell buntes Land geworden. Es gibt Menschen aus ganz vielen verschiedenen Ländern der Welt, die bei uns eine Heimat gefunden haben oder sich wenigstens gut aufgehoben fühlen. Wir dürfen auch von diesen Kulturen lernen und das Positive annehmen.

Ich könnte noch viel mehr hier anführen. Vielleicht habe ich euch alle auch zum Nachdenken angeregt und ihr findet was, was Euch gut gefällt an unserem Land.

Bis dahin – alles Gute und ich wünsche Euch viel Positives in Euerm Leben.

Waltraud Gehrig